Die Geschichte von Otto und Waldemar
(für Kinder ab 3 Jahre)
Otto ist eine kleine Stadtmaus. Gerade es er wach geworden. Heute steht er besonders gerne auf. Immerhin hat er seinem Freund Waldemar versprochen, daß er ihm an diesem Tag die Stadt zeigen wird. Waldemar ist eine Landmaus. Sie wohnt in einem Mauseloch auf dem Bauernhof.
 
Obwohl sich Otto auf den Stadtbummel freut, fürchtet er sich ein wenig, tagsüber in die Stadt zu gehen. „Wenn uns die Katzen sehen, gibt’s Ärger,“ murmelt er noch ziemlich verschlafen vor sich hin. Jetzt muß sich Otto aber beeilen, Waldemar wartet bestimmt schon an der Bushaltestelle.
 
Falsch gedacht Otto! Schau mal, Waldemar liegt noch im Bett. Er durfte heute zum ersten Mal ins Bauernhaus. Ein kuscheliges Bett bekam er von dem Bauern und deswegen möchte er gar nicht aufstehen.
 
Ganz langsam wird er wach und reibt sich den Schlaf aus den Augen. „Oje, ich glaube, ich bin zu spät dran. Jetzt aber schnell anziehen, Otto wartet bestimmt schon,“ flüstert Waldemar ganz leise, damit der Bauer ihn nicht hört.
 
Damit Waldemar schneller an der Bushaltestelle ist, zieht er seine Rollschuhe an und los geht’s. „Oh Schreck, da steht ja eine Katze in der Warteschlange. Wo steckt Otto denn?“ Hilflos schaut sich Waldemar um, die Katze verliert er dabei nicht aus den Augen. Es ist aber kein Otto in Sicht. Waldemar sucht und sucht. Plötzlich sieht er etwas großes Rotes. „Was ist das denn? Das darf doch nicht wahr sein,“ rief Waldemar, „ist das etwa? Nein, das kann doch nicht, ist es wirklich Otto?“ Waldemar krümmt sich vor Lachen.
 
Otto dreht sich verschämt um und sieht seinen besten Freund. „Wie siehst Du denn aus?“ fragt Waldemar. „Du hast gut reden,“ beklagt sich Otto, „ich warte hier die ganze Zeit auf Dich, wo bleibst Du denn? Hast Du die Katze nicht gesehen?“  „Natürlichhabe ich die Katze gesehen. Schau nur, die ist so damit beschäftigt, daß sie gleich einen Sitzplatz im Bus bekommt, die sieht uns gar nicht. Jetzt nimm erst einmal diesen komischen Hut ab. Du siehst ja fürchterlich aus,“ schimpft Waldemar. Otto nimmt den Hut ab und steckt ihn in den Koffer.
 
Plötzlich hören sie einen lauten Knall. Da ..., hinten an der Ecke, ... ein Unfall. Neugierig, wie kleine Mäuse nun einmal sind, laufen die beiden schnell zur Unfallstelle. Der Taxifahrer schimpft laut: „Schweine können doch gar nicht Auto fahren. Kein Wunder, daß es jetzt gekracht hat.“
 
Das ist aber eine komische Stadt, in der Schweine Auto fahren,“ denkt Waldemar und dreht sich um. „Schnell Otto, der Bus, und wir stehen hier an der Ecke. Los jetzt, sonst fährt er ohne uns ab,“ schreit Waldemar über die ganze Straße und saust auch schon los.
 
„Ich glaube, aus unserer Stadtrundfahrt wird nichts. Schau mal, wie sich alle in den Bus drängeln, der kippt ja gleich um. Wohlmöglich müssen wir noch neben einer Katze sitzen,“ sagt Waldemar besorgt. Eine solche Unruhe ist die Landmaus schließlich nicht gewöhnt. „Okay Waldemar, neben einer Katze möchte ich auch nicht sitzen,“ stimmt Otto zu, „aber was könnten wir denn sonst heute machen? Hast Du eine Idee?“
 
„Am besten ist es, wenn wir eine Fahrradtour auf’s Land machen,“ schlägt Waldemar vor. Nach der ganzen Unruhe in der Stadt ist Otto sofort einverstanden. „Das ist eine sehr gute Idee. Komm, wir besorgen uns im Kindergarten Fahrräder und erholen uns erst einmal.
 
Einige Straßen weiter ist der Kindergarten. Dort holen sie ihre Fahrräder und radeln damit aus der Stadt hinaus. Hier gibt es viel mehr zu sehen. Wer hatte überhaupt die Idee, eine Stadtrundfahrt zumachen? Hier, auf dem Land, gibt es einen Bauernhof, eine Eisenbahn, einen See, es gibt Mäuse, Kühe, Schweine, Hunde und ... na, ja, Katzen gibt es auch.
 
 
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